Geschichte


Historie

 

Von alters her begleitet der Ölbaum die Menschheitsgeschichte.

 

Folgt man den schriftlichen Überlieferungen, dann wurde bereits 6000 v. Chr. in Jericho Öl gewonnen.

 

In der Bronzezeit wurde er zwischen Nil und Tigris angepflanzt und breitete sich später im gesamten Mittelmeerraum aus. So wurden auf Kreta Ölamphoren entdeckt, die aus dem Jahr 3500 v. Chr. stammen und auf eine gut organisierte Zivilisation hinweisen, die die Produktion, als auch die Lagerung von Olivenöl beherrschte. Phönizier, Kreter und Ägypter betrieben einen regen Ölhandel und förderten damit die Verbreitung des Ölbaums.

 

Im 16. Jahrhundert brachten die Spanier und Portugiesen diese Pflanze in die neue Welt und pflanzten sie in Süd- und Mittelamerika an.

 

Bis in das 19. Jahrhundert war der Olivenbaum in vielen Gegenden des Mittelmeeres eine Pflanze die sorgfältig kultiviert und angebaut wurde. Doch die Zeiten änderten sich:

Viele kleine ländliche Anbaugebiete wurden aufgegeben. Unzählige oftmals kaum noch erkennbare Terrassenanlagen mit altem Baumbestand legen heute noch Zeugnis davon ab. Diese wurden von weitläufigen Plantagen abgelöst, die eine effiziente und maschinelle Bewirtschaftung ermöglichen.

 

Eine Rückbesinnung auf ökologisch orientierten Anbau, auf erstklassige Produkte und eine hohe Qualität des Olivenöls lässt auf eine Renaissance des kleinflächigen Anbaus hoffen.

 

Ein symbolträchtiger Baum

 

Der Ölbaum mit seiner Kraft, Langlebigkeit und Vitalität war von jeher eine unerschöpfliche Quelle für Mythologien und Legenden:

 

  • Als Symbol des Friedens und der Weisheit spendet der Ölbaum Trost

  • Als Symbol der Unsterblichkeit wacht er über uns

  • Als Symbol für Wertschätzung war der Ölbaumzweig eine Auszeichnung für den Sieger

  • Noch heute wird die olympische Flamme mit einem Olivenzweig entzündet.

 

Verwendung des Öls

 

in der Religion

 

Für die Griechen war der Ölbaum die Schöpfung einer Göttin und der Baum mit seinen Früchten wurde für religiöse Handlungen verwendet. So wurde den Toten in verzierten Gefäßen Olivenöl mitgegeben.

Im Koran, im Judentum und im Katholizismus finden sich zahlreiche Hinweise zum Gebrauch und Verwendung von Olivenöl.

 

als Brennstoff


Die ersten Öllampen hat man bei den Phöniziern gefunden und konnten bereits einige Stunden eigenständig brennen. Die Ägypter und Griechen verfeinerten die Nutzung; und Öllampen waren so verbreitet, dass man heute bei Ausgrabungen fast zwangsläufig auf sie trifft.

 

als Kosmetik

 

Schon die Völker des Mittelmeeres wussten um die positive Wirkung des Öls auf der Haut. Es machte die Haut geschmeidig, schützte vor Umwelteinflüssen und sorgte für eine schnellere Regeneration.

Im 7. Jahrhundert wurde in Savona die Seife aus Olivenöl erfunden. Bis heute wird Olivenöl zur Herstellung feinster Schönheitsprodukte verwendet.

 

als Nahrungsmittel

 

Ursprünglich wurde das Öl nicht als Nahrungsmittel verwendet, da sein Gebrauch zu viel Kompetenz erforderte; tierische Fette standen im Vordergrund. Die Weiterentwicklung der Kulturen förderte die Verwendung des Öls als Würzmittel.

Der Verzicht einiger Religionen auf Schweinefleisch führte dazu, dass dieses Öl zum wichtigsten Fett des mediterranen Raumes wurde.

 

als Medikament

 

Balsam, Salben und Umschläge waren Heilmittel der Antike und bei ihrer Zusammensetzung war Olivenöl unerlässlich.

Zusammen mit Kräutern und geheimen Zutaten hatten diese Arzneien die Aufgabe, alles Leid des Körpers und der Seele zu heilen.

Mit Öl wurde der Appetit angeregt und die Funktion der Leber und der Galle gefördert. Zur Behandlung von Erkrankungen verwendete man auch die Blätter des Olivenbaums, die sich hervorragend für Tees eigneten.

 

Quellen:

  • Oliven und Öl, das mediterrane Gold, Martine Calais, Verlag Droemer

  • Olivenöl, Academia Española de Gastronomia, Verlag Heel