vom 28.09 – 01.10.2020 nach Cinque Terre 

 

Wer gerne nach Italien reist, stößt früher oder später auf das Gebiet der Cinque Terre. Viele Magazine haben über dieses Gebiet berichtet und man kann es mit Sicherheit als eines der Hot-Spots in Italien bezeichnen.

Es steht auf der Liste der UNESCO und umfasst einen kleinen Küstenstreifen im Osten Liguriens zwischen Rapallo und La Spezia. 5 kleine Fischerorte erstrecken sich an diesem Küstenstreifen, gerade mal 9 km Luftlinie sind auseinander. 

Die Orte kleben an der Steilküste oder liegen liegen pittoresk auf Felsrücken über dem Meer. Auf abenteuerlich steil angelegten Terrassen wird Wein angebaut; der Fischfang hingegen ist schon lange keine Einkunftsquelle mehr. Dafür sorgen heute die Touristen, die von Frühling bis Herbst die fünf Orte regelrecht bis zur Belastungsgrenze fluten.

 

Aus diesem Grunde stand bisher Cinque Terre nicht auf unserer Reiseliste, Corona liess aber hoffen, dass zumindest die Besucher aus Übersee und Fernost ausbleiben würden. 

Mit einem Wohnmobil diese Gegend zu bereisen, ist sicher nicht die beste Idee. Hier ist strenger Naturschutz angesagt, sich abends abseits in die Büsche zu stellen, untersagen die Gesetze und die steile Topologie der Landschaft bietet auch kaum Gelegenheit dazu. 

 

Monterosso-Fegina
Monterosso-Fegina

Einzig allein der Ort Monterosso bietet einen Parkplatz am Meer an, der auch über Nacht von Wohnmobilen genutzt wird und so starten wir zu einem 4-tägigen Kurztrip in die Cinque Terre.

 

Die Warnung vor engen Straßen und der Mangel an Parkplätzen ist ernst zu nehmen. Wir übersehen den Abzweig nach Monterosso-Fegina und fahren in den zweiten, östlich gelegenen Ortsteil.

Ohne Vorwarnung stehen wir an einem Kreisel, der von seinem Radius her Fiat Panda tauglich ist, größere Fahrzeuge können sich im Rangieren üben. Ein 7m Mobil dürfte hier echt an seine Grenzen kommen. Alternativ könnte man auch versuchen, im Parkhaus einen Platz zu finden, bei einer Einfahrtshöhe von 1,8m kein einfaches Unterfangen mit einem Wohnmobil.

Der Parkplatz in Monterosso-Fegina liegt direkt am Meer und ist Ende September zum Glück nicht voll belegt; Corona lässt grüßen. Normalerweise wäre um diese Jahreszeit ein freier Stellplatz die Ausnahme. Obwohl ein Hinweisschild Wohnmobile untersagt, gesellen wir uns zu einer Gruppe von Fahrzeugen, die wohl von den Offiziellen hier geduldet werden.

 

Monterosso erweist sich als ein guter Ausgangspunkt zum Kennenlernen der Cinque Terre. Von hier aus startet ein Küstenwanderweg, der die nächsten Ortschaften Vernazza und Corniglia verbindet. Zu den weiteren Orten Manarola und Riomaggiore ist der Weg leider seit Jahren unterbrochen.

 

Da alle Ortschaften an der Bahnstrecke Genua - La Spezia liegen, können wir das Fahrzeug stehen lassen und zu Fuß die Landschaft erkunden, der Rückweg ist per Bahn gesichert. Die Wanderwege sind kostenpflichtig, aber es lohnt sich. Es empfiehlt sich festes Schuhzeug, denn es geht auf schmalen Wegen bis zu 200m über dem Meer entlang alter Natursteinmauern und Terrassen.

Lange steile Anstiege über alte Treppen sorgen dabei für den Höhenausgleich. Bis zum Bau der Eisenbahn und der Strasse waren dies die einzigen Landverbindungen. Der Blick in die Landschaft und entlang der Küste ist einzigartig und unvergesslich. Spätestens jetzt weiss man, warum man hier nicht alleine ist. In der Hochsaison kann es gut sein, dass der Wanderer vor einzelnen Passagen in der Schlange steht.

 

Neben dem obligatorischen Küstenwanderweg empfiehlt sich auch die Küstenstrasse in Richtung La Spezia, die die Ortschaften verbindet. In einer Höhe von 400 - 500 m schlängelt sie sich kurvenreich am Hang entlang, Stichstraßen zweigen dabei in die Ortschaften ab. Die Parkmöglichkeiten an den Ortseingängen sind generell sehr begrenzt, die meisten Orte sind gesperrt für auswärtige Fahrzeuge. Somit bietet sich auch hier wieder die Bahn an, wenn man die weiteren, sehr sehenswerten Orte erkunden möchte. Alternativ verbinden auch Ausflugsboote die Orte, soweit es eine Anlegestelle gibt.

Fazit:

Die Landschaft ist faszinierend und eine Reise wert. Wer entspannt Cinque Terre erkunden möchte, übernachtet besser in einem der vielen, oftmals schön gelegenen Quartiere und greift auf öffentliche Verkehrsmittel zurück.

Ruhe und Einsamkeit findet man auf den Wanderwegen, die abseits des Küstenweges in die Höhenlagen führen; ihre Aussicht gleicht die Mühen des Aufstiegs mehr als aus.