4. Yellowstone und Grand Teton NP

 

Rock Springs, 04.10.2018

 

Nach 2 Tagen Fahrt und 850 km sind wir im Nordwesten von Wyoming angekommen.

Dieser Staat wird als der Cowboystaat bezeichnet und ist mit 2 Einwohnern /km²extrem dünn besiedelt. Wir fahren durch ewig weite Steppen mit grasenden Rinderherden und auf 200 km kamen wir nur an einer Tankstelle und keinem McDonald´s vorbei. Diese Weiten sind für uns Europäer völlig unbekannt und öfters denken wir an Siedler, die hier mit Pferd und Wagen gen Westen gezogen sind.

Hierzu passt auch die Geschichte vom Pony Express. Von 1860 bis 1861 wurde ein spezieller Postbetrieb mit Pferden über eine Strecke von 3.200 km nach Kalifornien betrieben. Ungefähr alle 20 km wurden die Pferde gewechselt, nach 60 km wurde der Postsack einem neuen Reiter übergeben. Buffalo Bill war dabei der prominenteste Reiter, der es einmal schaffte 515 km in 22 h nonstop zu reiten und dabei 21 mal die Pferde wechselte. Mit Einführung der Telegrafenverbindung wurde der Pony Express jedoch hinfällig, bevor er profitabel wurde.

 

Die Tage zuvor hatten wir in einer herrlichen Berglodge noch die Hochzeit meiner Schwester Anja mit Rich gefeiert. Zwanglos und ohne große Formalitäten wurde die Heirat von einer freien Pastorin vollzogen. Wir feierten zusammen mit Freunden und Verwandten in die Nacht hinein, begleitet von herrlichen Wetter und dem Blick auf die Rocky Mountains.

 

Unsere Abfahrt von Boulder verzögerte sich noch um 2 Tage, denn in den Höhenlagen und kalten Temperaturen sprang der Toyo nur noch sehr widerwillig an. Als Ursache konnte ich eine defekte Glühkerze ermitteln. Da unser Modell in USA unbekannt ist, konnte/wollte Toyota uns nicht weiterhelfen. Mittels Internet konnte ich die Teilenummer ermitteln und wir fanden fanden dann einen Händler im Nordosten der Staaten der diese vorrätig hatte. Dank UPS hatten wir diese innerhalb von 24 Stunden und bei Carl´s Corner, einer kleinen Werkstatt, konnte ich diese dann auch problemlos selbst einbauen.

 

Im Nordwesten von Wyoming liegen die beiden Nationalparks Grand Teton und Yellowstone.

 

Ein paar Einzelheiten zum Yellowstone NP:

 

  • Der Name ist entstanden durch die gelben Gesteinsformationen eines Canyons.
  • Seen, Flüsse und Hügellandschaften prägen die Natur; auf Graslandschaften weiden Bisons und Elche, mit Bären muss immer gerechnet werden; in den Flüssen und Seen darf zumeist frei gefischt werden. 
  • Der Yellowstone ist nach dem Ausbruch eines Supervulkans vor 640.000 Jahren entstanden; allein die Caldera des Vulkans hat die unbegreiflichen Ausmaße von 50 x 70 km. Wenn dieser noch aktive Vulkan ausbricht, dann wird die USA unter einer Ascheschicht begraben werden und sich das Klima der ganzen Erde nachhaltig verändern. In den letzten 60 Jahren gab es 2 Beben mit der Stärke 6 und 7; jedes Jahr werden über 1.000 kleinere Erdstöße registriert.
  • Im NP sind mehr heisse Quellen verzeichnet als auf dem Rest der Erde.
  • Es ist der erste NP der USA, gegründet bereits1872.
  • Die Natur wird sich völlig selbst überlassen, Wälder, Seen und Flüsse sind unberührt; die Auswirkungen von Waldbränden oder der massive Käferbefall an Bäumen muss die Natur selbst heilen.
  • Eine Rundtour, die noch nicht alle Sehenswürdigkeiten umfasst, beträgt 250 km.
  • Anfang November schliessen alle Strassen des NP, ab Mitte Dezember werden diese wieder für Snowmobile geöffnet; es liegen dann in den Wintermonaten bis zu 4m Schnee.

 

Ein paar Einzelheiten zum Grand Teton NP:

 

  • Dieser NP liegt südlich des Yellowstone und hat hochalpinen Charakter.
  • Der höchste Berg Grand Teton misst 4.200m. 
  • Das Gebiet ist nicht vulkanischen Ursprungs sondern durch Verschiebungen der Erdkruste und Gletscher entstanden.

In beiden Parks verbrachten wir 4 Tage bei meist gutem Wetter zwischen 0 und 20 Grad. Leider streikt aktuell unsere Standheizung; wir hoffen, dass es an der Höhe liegt. So gehen wir abends früher in unsere Schlafsäcke; das Anziehen morgens bei 5 Grad Innentemperatur geht dann sehr rasch. Kocht dann erstmal das Teewasser, dann sind 12-15 Grad zum Frühstück im Toyo erreicht. Kommt dann noch die Sonne hinzu, dann werden die Temperaturen fast angenehm.

 

In diesen Nationalparks ist die Bärengefahr sehr hoch und nicht zu unterschätzen. Ein Bärenspray muss immer griffbereit sein. Lebensmittel sind jederzeit zu verschließen. Auf den Campgrounds stehen hierzu auf jedem Stellplatz einbruchssichere Stahlkisten. Nachts hörten wir öfter, wie Bären auf den Kisten herumsprangen in der Hoffnung, dass die Schlösser sich öffnen. Auf einem Stellplatz tauchte am späten Nachmittag ca. 10 m hinter unseren Rücken eine Bärenmutter mit 2 Jungen auf und trollte sich in das nahe Unterholz. Wir flüchteten ins Auto und fotografierten aus der Dachluke. Ben muss die Tiere schon gewittert haben, denn einige Zeit vorher weigerte er sich, in diese Richtung zu laufen. Aus dem sicheren Auto wollte er dann aber die Bären verbellen.